Hinweise zum Problemkreis Schriften / Fonts mit Opera unter Linux
In diesem Artikel sollen einige Besonderheiten aus dem Bereich Opera / Fonts / Linux beschrieben werden. Das hier genannte ist aber nicht der Wahrheit letzter Schluß, kann unvollständig, veraltet oder schlicht falsch sein. Wer möchte, kann alles hier korrigieren bzw. erweitern. Ich habe im Forum zu diesem Artikel einen Thread erstellt, wo zum Thema diskutiert werden kann: Schriften und Fonts mit Opera unter Linux, wer will, kann natürlich auch einen Kommentar hinterlassen.
Problem: Die auf Webseiten dargestellten Schriften sind zu klein.
Lösung: Die Ursachen dafür können vielfältig sein, falsch konfigurierte DPI-Größe des X-Servers von Linux, an Windowsverhältnissen orientierte Größendefinition der Schrift auf der Webseite usw. Wenn bei nahezu allen Webseiten die Schriftgröße zu klein ist, kann man das Problem am einfachsten damit beheben, in Opera die Mindestschriftgröße zu erhöhen. In den Opera-Einstellungen (Alt+P) kann man das in der Abteilung Schriften machen, im Feld «Kleinste Schriftgröße». Welchen Wert man verwendet, muß man durch ein bisschen experimentieren herausfinden.
Problem: Die Schriften sind unscharf / grieselig
Lösung: Das Problem KANN an einer nicht vorhandenen oder falsch konfigurierten Kantenglättung liegen. Diese muß außerhalb von Opera aktiviert und konfiguriert werden, z.B. im KDE Kontrollzentrum. Zu beachten ist, das bei einer statisch gelinkten Opera-Version (die Installationspakete haben ein static im Namen) die Kantenglättung aus Kompatibilitätsgründen deaktiviert ist.
Manchmal sehen die Fonts aber auch einfach bei einer zu kleinen Schriftart zu grieselig aus, dann eventuell die im ersten Problem erwähnten Möglichkeiten probieren.
Problem: Die Schriften sind in 90% der Fälle schön geglättet, aber in 10% der Webseiten ignoriert Opera alles und die Schrift ist pixelig.
Lösung: Das Antialiasing ist schon richtig eingestellt und die Schriften sind korrekt unter Operas Schrifteinstellungen konfiguriert. Es müssen noch zwei Dateien bearbeitet werden, dazu braucht es Root-Rechte.
1. die Datei /usr/bin/opera öffnen und unter die erste Zeile #!/bin/sh folgendes einfügen --> export QT_XFT=true
2. die Datei /etc/opera6rc öffnen und am Ende folgendes einfügen --> Enable Core X Fonts=0
Das ganze natürlich bei geschlossenen Opera, anschließend Opera starten und sich freuen.
Alternativ kann man diese Optionen auch direkt in Opera konfigurieren (Tipp von hier):
Diese Änderungen muss natürlich jeder Nutzer selber vornehmen, während die Konfiguration in der /etc/opera6rc bzw. /usr/bin/opera global gültig ist. Allerdings kann jeder Nutzer die globalen Einstellungen in /etc/opera6rc überschreiben, sollte dies nicht gewünscht sein, muss die Änderung statt dessen in die Datei /etc/opera6rc.fixed eingetragen werden.
Achtung: Höchstwahrscheinlich (ungetestet) werden diese Dateien bei einem Opera-Update überschrieben, die Änderungsprozedur ist dann zu wiederholen.
Problem: Die Schriften sind hässlich/falsch
Lösung: Bei den meisten Linux-Distributionen sind die standardmäßig eingestellten Fonts von Opera (Einstellungen->Schriften) sehr unvorteilhaft, man sollte sich ein paar Minuten Zeit nehmen und diese Einstellungen auf angenehmere Fonts umkonfigurieren. Dazu gibt es hier eine kleine Testseite, auf der jeder Font einmal verwendet wird, damit kann man die Einstellungen etwas praxisnäher testen:
Problem: Die Schriften sind immer noch hässlich / Ich habe keine anderen Schriften / Die Darstellung sieht anders als unter Windows aus.
Lösung: Die meisten Linuxdistributionen haben standardmäßig nur wenige Fonts installiert. Meist kann man welche nachinstallieren, im Allgemeinen fehlen aber genau die Fonts, die bei Windows dabei sind und aus diesem Grund auch sehr häufig im Internet "verlangt" werden, so z.B. Tahoma, Verdana, Arial usw. Möchte eine Webseite diese Fonts haben, sie stehen aber unter Linux nicht zur Verfügung, dann werden Ersatzfonts verwendet, die meist nicht sehr gut passen oder einfach schlecht aussehen.
Die beste Lösung ist es meistens, die Windows-Fonts nachzuinstallieren. Viele haben noch eine alte Windowsinstallation auf Platte, von der man die Fonts kopieren kann, die meisten Distributionen (ich weiß es von Mandrake und Suse) bieten auch Tools an, diese Fonts zu installieren. Die Fonts sind dann für alle Nutzer unter Linux verfügbar. Eine andere, einfache Möglichkeit besteht darin, die Fonts einfach im Home-Verzeichnis im Verzeichnis .fonts abzulegen, dann kann man sie einfach verwenden. Allerdings nur der Nutzer, in dessen Home-Verzeichnis die Fonts liegen. Das Verzeichnis .fonts ist versteckt (wegen dem Punkt am Anfang), ist also mit Standardeinstellungen in den meisten Dateimanagern nicht sichtbar. Falls es nicht vorhanden ist, kann es einfach angelegt werden, neu hinzugekommene Fonts sind wahrscheinlich erst nach einer Neuanmeldung im System verfügbar.